Dass man wohl für eine so komplexe Angelegenheit wie "Architektur" eine methodisch begründetes Befragen des Gegenstandes braucht ist hoffentlich unbestritten. Aber wie "betreibt" man eine solche notwendige "Theorie"? Wollen wir Architekturtheorie als zeitgemäße Architekturwissenschaft verstehen, dann werden wir nicht darum herumkommen, diese heute als "Interdiskurs" [Jürgen Link] zu betrachten, der zwischen unterschiedlichen Sichtweisen auf und unterschiedlichen Sprechweisen über einen heterogenen Gegenstandsbereich, der unter "Architektur" subsummiert wird, vermittelt. Einfacher gesagt Architekturtheorie "betreiben", heißt: Fragen an die Architektur zu stellen und vernünftig begründete Antworten darauf zu suchen.

Und dieses Fragen an Ihren Gegenstand – die Architektur – und damit auch an Sie selbst zu stellen sollen Sie hier in diesem Kurs lernen.

Wie aber, um nun konkret zu werden, stellt man Fragen an den Gegenstand, bzw. als ein pädagogisches Ziel? Wie "funktioniert" dieser Akt der Urteilskraft. (Kant)? Was muss der Architekt und die Architektin überhaupt können und wissen? Wie urteilt er/sie?

Diese EInführung in die Architekturtheorie möchte dazu anregen kompetent und selbstkritisch zu reflektieren und nicht im "Meinen" und "Vermuten" zu irrlichtern.