Der Begriff "intermediär" beschreibt die Situation des "Dazwischen". Wenn sich der Begriff "dazwischen" auf den Raum bezieht, kann er im architektonischen Maßstab verschiedene Bedeutungen haben, von der Zone zwischen dem Öffentlichen und dem Privaten - dem Gemeinschaftlichen?, über Baulücken bis hin zu Abstände zwischen Gebäuden. Im grösseren Massstab kann der Zwischenraum auf weniger definierte Zonen zwischen klar definierten verweisen. Manchmal geplant, tritt der Zwischenraum häufig auch als ungeplantes Phänomen auf.

In mehreren Baukulturen wird der Zwischenraum als integraler Bestandteil verstanden. Im griechischen Modell der "Polykatoikia" bezieht sich der Zwischenraum sowohl auf die räumliche Dimension (die nicht fertigen Teile zwischen den Ebenen), als auch auf die zeitliche Dimension (den Zustand des Unfertigen).

Angesichts der COVID-19 Pandemie erlangte der Zwischenraum neue Aufmerksamkeit - als die Distanz, die wir zwischen uns halten müssen, ebenso wie vernachlässigte Räume in dichten Stadtquartieren, die für die Bewohner während verschiedener Grade des Lock-Downs plötzlich neue Bedeutung gewannen. Dieses Studio beschäftigt sich mit dem Thema des Zwischenraums, vom kleinen bis zum großen Maßstab und seinen Qualitäten für unsere Innenstädte.

Im städtebaulichen Entwurfs "The Intermediate Space Block Berlin" entwickeln die Studierenden ein Konzept für eine dichte Bebauung auf einem von vier vorgegebenen Grundstücken im Innenstadtbereich Berlins, die den Fokus auf die "Zwischenräume" die „Intermediate Spaces“ legt. Der Entwurf soll bis in den Maßstab 1:500 in den gängigen Darstellungsformen (Modell, Plan, Schnitt, Visualisierung, Diagramm) ausgearbeitet werden. Ein Ausschnitt (Typologie) wird als Vertiefung bis in den Maßstab 1:200 (Plan, Schnitt) entwickelt.